FinanzierungMeldung
EH55-Förderung: Bund stockt den fast leeren Fördertopf um 250 Millionen Euro auf
Die KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard war fast ausgeschöpft, von rund 800 Millionen Euro waren zuletzt noch 69 Millionen übrig. Nun stockt der Bund um 250 Millionen Euro auf und sichert das Programm bis zum Jahresende. Offen bleibt der Jahreswechsel: Die neue KfW-Förderstruktur soll erst 2027 starten, eine Lücke droht.
Von Annika Feldhaus, Redaktion Die Immolage: Markt, Regeln, Projekte, Finanzierung, Köpfe der Immobilienwirtschaft
Die Bundesregierung hat die KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard um 250 Millionen Euro aufgestockt. Das berichtet Interhyp am 13. Oktober 2026, vier Tage nachdem der Finanzierungsvermittler gemeldet hatte, dass der Topf fast leer sei: Von dem ursprünglichen Budget von rund 800 Millionen Euro standen zuletzt nur noch 69 Millionen Euro zur Verfügung. Das EH55-Programm war im Frühjahr 2026 neu aufgelegt worden, um den eingebrochenen Wohnungsbau mit zinsverbilligten Krediten für den weniger strengen Effizienzstandard anzuschieben; die Nachfrage überstieg die Planung.
Die zusätzlichen Mittel sichern nach Interhyp-Angaben die Fortsetzung des Programms bis zum Jahresende und verhindern einen vorzeitigen Förderstopp. Ungeklärt bleibt, wie es 2027 weitergeht: Die angekündigte neue Förderstruktur der KfW soll erst dann starten, sodass zwischen Jahreswechsel und Start eine Lücke entstehen kann. Helen Linder, Teamleiterin Finanzierungsberatung bei Interhyp: „Die Aufstockung ist ein positives Signal für den Wohnungsbau. Entscheidend ist nun, langfristige Planungssicherheit zu schaffen.“
Der Vorgang wiederholt ein Muster der vergangenen Jahre, in denen KfW-Programme mehrfach kurzfristig gestoppt und neu aufgelegt wurden, zuletzt 2022 beim Effizienzhaus-Programm, was Bauherren und Entwickler zu Schnellanträgen trieb.
Was das für die Immobilienwirtschaft heißt
Wer ein EH55-Vorhaben plant und die Förderung einkalkuliert hat, sollte den Antrag vor dem Jahresende stellen; 250 Millionen Euro reichen bei der bisherigen Abrufgeschwindigkeit für wenige Wochen, nicht für ein Quartal. Projektentwickler mit Baubeginn 2027 müssen die Förderung als Risiko führen, bis die neue Struktur veröffentlicht ist, und sollten Finanzierungen so aufsetzen, dass sie auch ohne KfW-Tranche tragen. Für die Branchenverbände ist die Lücke das Thema für den Herbst: Planungssicherheit, nicht Volumen.
Quellen
- Interhyp: EH55-Förderung: Bund stockt Fördertopf um 250 Millionen Euro auf (13. Oktober 2026)interhyp.de/ratgeber/news/kfw-foerderung-eh55-aufstockung/Tier 3
- Interhyp: EH55-Förderung: Fördertopf nach starker Nachfrage fast leer (9. Oktober 2026)interhyp.de/ratgeber/news/kfw-foerdertopf-fast-leer/Tier 3
Laut Die Immolage
„Die KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard war fast ausgeschöpft, von rund 800 Millionen Euro waren zuletzt noch 69 Millionen übrig. Nun stockt der Bund um 250 Millionen Euro auf und sichert das Programm bis zum Jahresende. Offen bleibt der Jahreswechsel: Die neue KfW-Förderstruktur soll erst 2027 starten, eine Lücke droht.“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.